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"Insolvenz- und andere Entschuldungsverfahren"

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"Insolvenz- und andere Entschuldungsverfahren"
Beitrag von Jaeger_und_Sammler am 07-04-06, 08:08 AM (GMT)
In diesem Thread könnten wir Wissen über die verschiedenen Insolvenzverfahren aus der ganzen Welt (Österreich, Deutschland, USA ...) sammeln. Es ist ja so, daß sich die meisten Anleger damit überhaupt nicht auskennen, da sie nie etwas damit zu tun haben. Wir können aber tangiert werden durch

1) eigene Insolvenz (Bürgschaft übernommen, vermeintlich todsichere Aktien bis zum Maximum belehnt, ungesunde Risikostreuung im Depot, uneinbringliche Privatforderungen, verlorenes Gerichtsverfahren u.v.m.)

2) die Pleite eines Großkunden eines Unternehmens, in dem wir investiert sind. Wie macht nun unsere Firma weiter, wie kann sie sich entschulden?

Gelernt haben wir schon am Beispiel Jowood: Wenn Du glaubst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her!
------------------------------------------------
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/verbrauchertipp/486460/

07.04.2006 · 06:25 Uhr
Kostspieliger Ausweg aus der Schuldenfalle
Private Bankmediation dennoch empfehlenswert
(Deutschland)
Von Hanno Griess
Die Schätzungen sind erschreckend. Rund acht Prozent aller deutschen Haushalte sind nach einer Schätzung des Bundesfamilienministeriums überschuldet. Die Schuldnerberatungen können oft nur den Weg in eine geregelte Privatinsolvenz ebnen. Dabei wäre es in vielen Fällen besser, mit der eigenen Bank zu verhandeln. Das sollte man dann allerdings nicht selber tun, sondern es so genannten Bankmediatioren überlassen.

... haben also ne Immobilie gekauft durch einen Vermittler, die seinerzeit 192.000 DM gekostet hat, und wir sitzen jetzt auf den Schulden. Die Immobilie ist nicht vermietet, wirft keine Gewinne ab, und da sind wir zwar nicht verzweifelt, aber wir sehen auf absehbare Zeit keine Chance, dass wir aus dieser Schuldenlast herauskommen.

So wie dieser Betroffene haben sich viele in den 90er Jahren verspekuliert. Gerade bei Immobilien. Windige Anlageberater priesen damals lukrative Steuersparmodelle. Heute sitzen Hunderttausende auf so genannten Schrottimmobilien, teuer gekaufte Wohnungen oder Häuser, die heute oft nur noch ein Drittel des ehemaligen Kaufpreises wert sind, weil sie faktisch nicht nutzbar sind - und die Schuldenlast wächst. Bislang hieß der einzige Weg aus den Schulden heraus die Privatinsolvenz. Verbunden allerdings mit dem Nachteil, dass den Betroffenen in der Regel nur das Lebensnotwendige bleibt. Dabei gäbe es für manche Fälle eine Alternative - die Bankmediation. Sie setzt voraus, dass der Betroffene seine Notlage erkennt und von sich aus die Initiative ergreift, sagt der Bankmediator Thomas Kerscher:

.. die Bankmediation ist eine Stufe vorneweg. Eine Stufe, wenn eine Insolvenz schon in Aussicht steht, aber noch frühzeitig vermieden werden kann.

Das geht aber nur unter bestimmten Voraussetzungen: Die Banken müssen bereit sein, mit dem Schuldner über einen Vergleich bzw. einen Schuldenerlass zu verhandeln. Der typische Fehler dabei: Die Betroffenen neigen dazu, sich ihrer finanziellen Lage nicht zu stellen und vermeiden das Gespräch mit der Bank so lange es geht, und treffen dann entsprechend auf eine harte Haltung des Kreditgebers. Dort setzt die Bank-Mediation an. Die Dienstleister, meist Wirtschaftsanwälte oder spezialisierte Schuldnerberater, kümmern sich - ohne eigene Existenzängste - um eine geordnete Kontaktaufnahme mit der Bank - und zwar NICHT mit dem Bankangestellten, der ursprünglich den Kredit vergeben hat. Denn:

Der richtige Ansprechpartner sitzt nicht in Filialen, sondern sitzt in Spezialabteilungen, die genau dafür zuständig sind. Die Mitarbeiter in den Filialen sind für den Verkauf zuständig, müssen Profit herein holen, die richtigen Mitarbeiter sind in den Sanierungsabteilungen, die auch entscheiden dürfen, ob Schulden erlassen werden.

Die häufig von Vorwürfen geprägte, gestörte Kommunikation könne so auf unbelastete Schultern verlagert werden, sagt Bankmediator Thomas Kerscher. Der prinzipielle Unterschied: Beide Seiten haben nun ein Interesse an einem friedlichen und langfristigen Ausweg. Der Bankmediator benötigt für die Verhandlungen allerdings sämtliche verfügbaren Informationen über die Vermögenssituation des Schuldners:

Der Nutzen für die Bank ist der Gleiche wie für den Kunden, es ist eine Schadensbegrenzung. Der Kunde hilft, dass die Wohnung frei verkauft werden kann, also nicht zwangsversteigert werden muss, in Zwangsverstigerungen werden meistens nur 50 Prozent des Verkehrswertes erzielt, und auf der anderen Seite sagt sich die Bank: Dann einigen wir uns, und bestehen nicht darauf, dass der Kunde Insolvenz anmeldet.

In etwa 90 Prozent der Fälle stehe am Ende eine gütliche Einigung ohne Insolvenz, sagt der Bankmediator. Der Nachteil des Verfahrens: Die Kosten übernimmt allein der Schuldner. Vier bis sechs Stunden zu je 130 Euro werden in der Regel fällig. Und dazu kommt ein Erfolgshonorar von 5 Prozent aus dem verhandelten Schuldenerlass. Die Erstberatung ist allerdings kostenlos. Trotz der zunächst üppigen Kosten ist dieser Verhandlungsweg für die Schuldnerberaterin Gerlinde Blomstedt vom sächsischen Caritas-Verband durchaus eine lohnenswerte Alternative:

Für eine Immobilie hangeln sich viele am Rand lang, das ist einfach so. Und die kommen dann schon in die Beratung, weil sie wissen, eigentlich geht's dann schon nicht mehr, wir sind jetzt schon am Limit. Und diese Art Bankmediation, das finde ich eine gute Möglichkeit, mit den Banken im Gespräch zu sein und den Bankern die Augen zu öffnen, und für beide Seiten zu einer guten Möglichkeit zu kommen.

Bislang gibt es noch nicht sehr viele Bankmediatoren. Bei der Suche und der Auswahl eines persönlichen Beraters können aber in der Regel die Verbraucherzentralen der Länder behilflich sein.

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RE: Bericht:Trieb Elsner Atomic in Konkurs???, Jaeger_und_Sammler, 28-09-06, (2)
3?, schertling, 24-11-06, (7)
1 und 4 waren auch unbotmäßig, Jaeger_und_Sammler, 24-11-06, (8)
RE: 3?, thunderroad, 24-11-06, (9)
RE: 3?, Jaeger_und_Sammler, 24-11-06, (10)
Zweite Sparkasse bietet Konto für Überschuldete, Hagen, 23-11-06, (5)
RE: Zweite Sparkasse bietet Konto für Überschuldete, Jaeger_und_Sammler, 23-11-06, (6)
RE: Zweite Sparkasse bietet Konto für Überschuldete, Alptraum, 24-11-06, (11)
RE: Zweite Sparkasse bietet Konto für Überschuldete, Jaeger_und_Sammler, 26-11-06, (12)
RE: Zweite Sparkasse bietet Konto für Überschuldete, Alptraum, 26-11-06, (13)
RE: Zweite Sparkasse bietet Konto für Überschuldete, Jaeger_und_Sammler, 26-11-06, (14)
RE: Zweite Sparkasse bietet Konto für Überschuldete, SieurKolou74, 26-11-06, (15)
RE: Zweite Sparkasse bietet Konto für Überschuldete, Jaeger_und_Sammler, 26-11-06, (16)
RE: Zweite Sparkasse bietet Konto für Überschuldete, AL, 03-12-06, (17)
RE: Zweite Sparkasse bietet Konto für Überschuldete, Jaeger_und_Sammler, 03-12-06, (18)
RE: Zweite Sparkasse bietet Konto für Überschuldete, SieurKolou74, 04-12-06, (19)
RE: Zweite Sparkasse bietet Konto für Überschuldete, Jaeger_und_Sammler, 04-12-06, (20)
Zweite Bank: Zweite Klasse, Zweite Chance?, Jaeger_und_Sammler, 10-12-06, (21)
RE: Zweite Bank: Zweite Klasse, Zweite Chance?, SieurKolou74, 10-12-06, (22)
Zweite Sparkasse, SieurKolou74, 15-12-06, (23)
RE: Zweite Sparkasse, Jaeger_und_Sammler, 16-12-06, (24)
RE: Zweite Sparkasse/Filiale , SieurKolou74, 16-12-06, (25)
RE: Zweite Sparkasse/Filiale , Hagen, 16-12-06, (26)
RE: Zweite Sparkasse/Filiale , Jaeger_und_Sammler, 17-12-06, (27)
Dritte Sparcasse, Jaeger_und_Sammler, 20-12-06, (28)
RE: Dritte Sparcasse, SieurKolou74, 20-12-06, (29)
Fifth Third Bank, Jaeger_und_Sammler, 02-01-07, (30)
Riegerbank-Geschädigte haben Glück, SieurKolou74, 30-01-07, (31)

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Messages in this topic

2. "RE: Bericht:Trieb Elsner Atomic in Konkurs???"
Beitrag von Jaeger_und_Sammler am 28-09-06, 08:10 PM (GMT)
Hmm, an Insolvenzabwicklungen haben sich schon öfters mal Beteiligte gesund gestoßen. Wennst Masseverwalter bei einer Insolvenz bist, wo ein bißerl Aktiva drin ist, brauchst ein Leben lang nimmer arbeiten. Da kriegst für jeden Trade in der Masse Gebühren, egal obst mit arbeitest, oder ob Gläubiger die Liegenschaft versteigern lassen. Bei Vergleichen rollt genauso der Rubel, und bei allen Rückforderungen an die Lieferanten, die die Zahlungen der letzten 6 Monate wieder herausgeben müssen, egal wie sie bluten müssen.

Die Würstelstandlkonkurse will eh keiner ham, die werden eh mangels Vermögens abgewiesen.

Aber Kurater schön breiter Massen sein, das zahlt sich aus

Ahja, die Mama vom Falco hat ja auch gleich einen Vormund kriegt. Als Mindestrentnerin dagegen brauchst nicht warten, daß sich ein Anwalt um Dein Vermögen kümmert. Um 150 Euro oder so pro Monat rühren die keinen Finger.

Meine Erfahrung zeigt, daß grad die Leut entmündigt werden, die sehr wohl noch in der Lage sind, sich um ihre Rechnungen zu kümmern. Aber so schnell kannst gar net schaun:

Gibst einmal dem Roten Kreuz 100 Euro zu Weihnachten, und die Nachbarn sagen schon: "Den kann ma net allein mit sein Göd lossn! Der verwirtschoft jo olles!" Ein Schreiben, und das Gericht kümmert sich von Amts wegen um unser Erspartes, daß wir´s nicht so leicht wieder los werden.

Wenn ich solche Fälle seh, denk ich, man sollt sein Geld an einem schwer auffindbaren Fleck in der Kalahari vergraben, dann finden´s die Geier net so schnö

Oder wie der Hans im Glück noch rechtzeitig alles über Bord werfen, solang man es noch darf, und das Leben dann ganz ohne Geier genießen:

und siehe da, als armer Hund wirst net entmündigt!

Da kannst im Winter auf der Straßn schlafn, da kannst 8 Jahreszeiten lang mit der selben Natojackn umadumrennan, da sagt die ersten 120 Monat kaner: "Um den muaß si wer kimman!"

Sicher, Geld is net schlecht, wammas hat. Aber wenns immer heißt, man soll si was als "Pflegevorsorge" zammsparen: Als Pflegefall kann man sein Geld sowieso nimmer gegen die Geier verteidigen, also da is schon fast wurscht, ob man nun krank und reich oder krank und arm ist ...

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7. "3?"
Beitrag von schertling am 24-11-06, 12:02 PM (GMT)
Ich hätt' so gerne auf Posting 3 geantwortet, wo isses denn? Ist da gar was über drohende Insolvenz von xxx gestanden? Oder über deren Überschuldung durch ungedeckte Bwin-Transaktionen?
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8. "1 und 4 waren auch unbotmäßig"
Beitrag von Jaeger_und_Sammler am 24-11-06, 12:15 PM (GMT)
Die Guillotine schlägt beim leisesten Verdacht zu.

Nur Beitrag 2 bleibt stehen, der ist vom J&S, der ist über jeden Verdacht erhaben

Der tut nix böses reden, nur unschuldig plaudern

(Hoffnarrenprivileg nannte man das einmal )

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9. "RE: 3?"
Beitrag von thunderroad am 24-11-06, 12:21 PM (GMT)
Editiert am 24-11-06 um 12:27 PM durch den Thread-Moderator oder Autor

>Ich hätt' so gerne auf Posting
>3 geantwortet, wo isses denn?
>Ist da gar was über
>drohende Insolvenz von xxx gestanden?
>Oder über deren Überschuldung durch
>ungedeckte Bwin-Transaktionen?

Also des wär makaber. Da gewinnst mit BWIN und der xyz wird insolvent, das ganze Geld wär weg.

Muß ich mir Sorgen machen ?

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10. "RE: 3?"
Beitrag von Jaeger_und_Sammler am 24-11-06, 12:26 PM (GMT)
Ihr sollt doch nicht xxx sagen. Da weiß jeder gleich, wer gemeint ist. Sagt xyz!
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5. "Zweite Sparkasse bietet Konto für Überschuldete"
Beitrag von Hagen am 23-11-06, 05:48 PM (GMT)
Ein Konto als Stück Normalität
Die "Bank für Menschen ohne Bank" ist für Bundespräsident Fischer "richtungsweisend"

-Erste Bank gründet "Zweite Sparkasse".
-Girokonto für sozial Schwache.

Wien. (zaw) Im heutigen Alltagsleben ist ein Bankkonto nahezu unverzichtbar. Sei es für Daueraufträge wie Miete, Strom und Gas oder für Gehaltsüberweisungen. Damit wird das Konto oft auch eine Voraussetzung für die (Wieder-)Erlangung eines Arbeitsplatzes.

Dennoch haben in Österreich mehr als 12.000 Menschen aufgrund von sozialen oder wirtschaftlichen Notlagen keinen Zugang zu Bank-Dienstleistungen.

Um diesen Missstand zu beheben, wurde am 4. Oktober - dem Gründungstag der ersten Wiener Sparkasse - die Zweite Wiener Vereins-Sparkasse aus der Taufe gehoben und am Dienstag eröffnet. "Wir füllen mit der Zweiten Sparkasse den fast 200 Jahre alten Sparkassengedanken mit neuem Leben", sagt Andreas Treichl, Chef der Erste Bank und Generaldirektor der Erste Bank Privatstiftung.

Die von der Stiftung initiierte "Bank für Menschen ohne Bank" wird im Dienstleistungsverbund mit Wohlfahrtseinrichtungen wie Caritas und Schuldnerberatung geführt. Potenzielle Kunden müssen in einem Betreuungsverhältnis zu einer der Organisationen stehen – dann können sie bei der Zweite Sparkasse in der Glockengasse im zweiten Wiener Gemeindebezirk ein Girokonto eröffnen. Dieses ist nicht überziehbar, läuft zu marktüblichen Zinsen und ist auf drei Jahre befristet. Schließlich solle es "keine Dauerlösung sein, sondern die Basis für eine spätere geregelte Bankbeziehung schaffen", sagt Evelyn Hayden, Vorstandschefin der Zweiten Sparkasse. Überdies sei eine Sanierung bei Privatkunden innerhalb einiger Jahre möglich – bei entsprechender Begleitung. Die gibt es nun vom Bankinstitut gemeinsam mit den Wohlfahrtsorganisationen. Um Professionalität zu garantieren, wird die neue Bank von freiwilligen und pensionierten Mitarbeitern der Erste Bank geleitet. Die Erste Bank stellt auch ihr Vertriebsnetz zur Verfügung. Für das Gründungskapital von 5,8 Mio. Euro sowie die Verluste der ersten drei Jahre kommt die Erste Bank Privatstiftung auf. Die Verluste werden im ersten Jahr auf 50.000 Euro, in den ersten fünf Jahren auf 750.000 Euro geschätzt.

Bundespräsident Heinz Fischer lobte das Projekt als richtungsweisend. Damit würde sozial Schwachen ein geordnetes Leben und eine aktive Teilnahme an gesellschaftlichen Prozessen ermöglicht und ein Beitrag zur sozialen Stabilität in Österreich geleistet.
Modell auf ganz
Österreich ausweiten

Fischer mahnte jedoch auch, dass sich die Gesellschaft nicht damit zufrieden geben dürfe, dass die Kaufkraft das wichtigste am Menschen sei. Caritas-Präsident Franz Küberl nannte die Idee, die hinter der Zweiten Sparkasse steckt, nobelpreisverdächtig. Die Menschen in sozialen und wirtschaftlichen Notlagen würden in die Gesellschaft zurückgeholt.

Wie wichtig die soziale Dimension eines Bankkontos ist, wird dadurch deutlich, dass schon über hundert Kunden um ein Konto bei der Zweiten Sparkasse angesucht haben. Es gebe eine große Nachfrage nach etwas, wofür es bisher noch kein Angebot gegeben habe, sagt Mitinitiator und Projektträger Boris Marte, der die Aufbauarbeit in den letzten zwei Jahren koordiniert hat.

Nach einem sechsmonatigen Probelauf in Wien soll das Modell auf ganz Österreich ausgeweitet werden. Dann könnte die Zweite Sparkasse als ein in Europa einzigartiges Projekt Schule machen: Als Impuls für eine solidarische Gesellschaft im modernen Wirtschaftsleben. Für die betroffenen Menschen bedeutet die Bank jedenfalls ein Stück Normalität und einen wichtigen Schritt in Richtung Selbstbestimmung und Unabhängigkeit.

Mittwoch, 22. November 2006

Wiener Zeitung - 1040 Wien · Wiedner Gürtel 10

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6. "RE: Zweite Sparkasse bietet Konto für Überschuldete"
Beitrag von Jaeger_und_Sammler am 23-11-06, 08:37 PM (GMT)
Ich frag mich auch schon, warum da soviel Tamtam gemacht wird. Schafft es einer in 3 Jahren raus aus seiner Misere? Daueraufträge, Einzugsermächtigungen, alles läuft doch über´s Konto. Wird er in 3 Jahren wieder auf die Straße gesetzt?

Und die "2"-T-Shirts sind so lieb, und der Name "Zweite", da kommt man sich vor, wie wenn man der Zweiten Klasse angehören würd.

Also, das ist jetzt meine Frage, nicht meine Feststellung: Diese 12.000 Menschen, die kein Bankkonto mehr bekommen, das sind nicht die "Armen" (denn selbst Schülern ohne Einkommen werden schon Konten nachgeworfen, Studenten sogar mit Überziehungsrahmen), sondern da geht´s echt um die Leute, die mal über Insolvenz, Betrug und ähnliches die Bank zu Schaden gebracht haben?

Aber das Betreuungsverhältnis mit der Caritas, warum ist das vorgeschrieben? Darf der Mensch nicht auch versuchen, sich selbst aus dem Schlamassel zu ziehen, ohne daß er eine Betreuungskarte von der Caritas braucht?

Ich kenne einige sozial extrem schwache Menschen, die aber glauben, anderen Menschen in anderen Teilen der Welt gehe es noch schlechter als ihnen, daß sie also kein Recht haben, um etwas zu bitten.

Es wundert mich nur: So viele Banken umwerben einen, wie kann es da Menschen geben, für die sich keine Bank interessiert? Haben die Angst, daß er am Weltspartag um ein Brötchen kommt, und sie müssen ihn als "Herr Kunde" ansprechen?

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11. "RE: Zweite Sparkasse bietet Konto für Überschuldete"
Beitrag von Alptraum am 24-11-06, 07:07 PM (GMT)
>Es wundert mich nur: So viele Banken umwerben einen, wie kann es da Menschen geben, für die sich keine Bank interessiert?
>Haben die Angst, daß er am Weltspartag um ein Brötchen kommt, und sie müssen ihn als "Herr Kunde" ansprechen?

Ist wohl scherzhaft gemeint, nehm ich an. Dennoch: Wo die Bank sich in Zukunft kein Geschäft erwartet, da wird sie auch nicht werbend tätig, nicht so schwer nachzuvollziehen, denk ich.

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12. "RE: Zweite Sparkasse bietet Konto für Überschuldete"
Beitrag von Jaeger_und_Sammler am 26-11-06, 09:42 AM (GMT)
Ich glaub, da geht´s um die UKV (Unerwünschten Kontoverbindungen). Die Leute, wo die Bank annimmt, daß, sobald sie wieder ein richtiges Konto mit Überziehungsrahmen haben, sie wieder abheben, soviel es geht, und dann wieder die Entschuldung durch Insolvenz betreiben.

Da liesse sich auch die vergleichsweise geringe Zahl von 12.000 Menschen erklären, die es betrifft, denn wir haben Privatkonkurse sicher in der Größenordnung von mehr als 3.000 Personen pro Jahr.

Als ich (1980 war´s glaub ich) meine Jahresersparnisse von 20 alten österreichischen Schillingen zusammengekratzt habe für den Weltspartag, hab ich dafür auf der Sparkasse sogar ein Family-Tennis-Set bekommen, mit 2 Schlägern und 1 Ball Also, offen gesagt, ich hab da auch überhaupt nicht danach ausgeschaut, als ob ich mal ein ertragbringender Kunde werden könnt.

Aber daß unerwünschte Esser und Trinker am Weltspartag aus der heiligen Filiale rausgeworfen werden, hab ich auch schon erlebt, die Zeiten ändern sich

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13. "RE: Zweite Sparkasse bietet Konto für Überschuldete"
Beitrag von Alptraum am 26-11-06, 10:56 AM (GMT)
Ich sehe, wir sind uns einig, indem Deine profunde Erklärung jedermann nachvollziehbar ist und mein vergleichsweise verklausulierter Hinweis somit sein Ziel erreicht hat.

Natürlich ist eine Bank tendenziell optimistisch und es Bedarf daher schon eines einschlägigen "track records" um als wenig interessanter Kunde eingestuft zu werden !

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14. "RE: Zweite Sparkasse bietet Konto für Überschuldete"
Beitrag von Jaeger_und_Sammler am 26-11-06, 12:03 PM (GMT)
Aber gegen diese Leute hilft wirklich nur, ihnen keine Überziehungsrahmen einzuräumen, nicht einmal den kleinsten.

Denn in der Vorstellung der Kaufsüchtigen (die Zahl ist wohl um vieles höher als die Zahl der Spielsüchtigen im engeren Sinn!) wird jeder Kreditrahmen zu Eigenkapital und schreit danach, ausgenützt zu werden.

Bilanzen erstellen diese Leute ja nicht, und solange der Gerichtsvollzieher einem nicht im Nacken sitzt, denken sie nicht im Traum daran, daß das 10.000-Euro-Schlafzimmer mit Fremdkapital gekauft worden ist, und daß sie das auch wieder einmal zurückzahlen müssen.

Jeder von uns kennt diese Leute im Verwandten- und Freundeskreis: Du borgst ihnen was, damit sie sich die Dusche in die Wohnung einbauen können, und wennst es zurück verlangst, hörst die Anklage, daß die Dusche ja schon wieder hin ist, und daß der Kreditgeber diese bitte zuerst wieder reparieren soll, bevor er auch nur erwähnen kann, daß er eine Forderung hat.

Der Geldzurückhabenwollende ist sowieso immer der Böse, und deshalb wird mein Freundeskreis besser zur bösen Bank geschickt, wenn er Geld braucht, die haben wenigstens mehr Möglichkeiten, säumigen Zahlern auf die Finger zu klopfen. Und wenn sie einen Kredit verweigern, dann eh oft zu Recht. Außerdem kann er da Eigen- von Fremdkapital besser unterscheiden, wenn für jede Mahung saftige Mahnspesen verlangt werden, die man einem Freund oder Familienmitglied nie und nimmer zahlen würde.

Bei Willkommen Österreich wurde dieser Tage eine Frau gezeigt, die 100.000 Euro Schulden hatte und beinahe einem Kreditvermittler in die Falle gegangen wäre, wo sie Gebühren für einen neuen Kredit zahlen hätte sollen. Das arme Hascherl hat sich abgezoggt gefühlt, obwohl es ja nur "ein paar neue Sachen für die Wohnung kaufen" wollte. Bei 100.000 Euro und fast keinem Einkommen sollte ein normal empfindender Mensch zuerst einmal schauen, daß die 100.000 Euro auf ein vertretbares Maß herunter kommen, und dann kann man darüber nachdenken, ob man die Möbel durch neue ersetzen will. Eigentlich erst, wenn die Schulden weg sind. Die Wohnung war normal eingerichtet, was brauch ich da noch weiteres Klumpert anschaffen, noch dazu, wenn ich eh schon verschuldet bin?

Ich hab vor Jahren Aktien auf Kredit gekauft, damals, als wir die Einbahnstraße hatten. Verkaufen war nicht wirtschaftlich, weil am nächsten Tag ist der Kurs schon wieder höher gestanden, und man hätte auf Gewinne verzichtet. Die Zinsen waren vergleichsweise gering, zwischen 10% und 17% p.a.

Wider Erwarten haben die Kurse sich plötzlich scharf eingebremst und sind in die falsche Richtung gelaufen. Ein paar Blue Chips konnte ich noch billig verkaufen, für die reinen Spekulationswerte hat man praktisch gar nichts mehr geboten. Die Schulden waren also ein Vielfaches höher als der Kurswert der restlichen Aktien.

Da muß man dann durch. Ich war ja nicht entmündigt und habe die Schuld daher auch nicht bei anderen gesucht. Im Nachhinein könnte man natürlich sagen, daß der Berater eventuell schuld sein könnte, weil er das Platzen der Blase nicht vorhergesehen hatte. Aber trotz meiner Jugend habe ich ja gewußt, auf was ich mich einlasse. Nur daß Börsen auch fallen können, sowas hatte ich noch nicht gesehen. Die Wiener Börse war ja vom Rogers aus dem Dornröschenschlaf geküßt worden und wollte zu ihren jahrzehntelang nicht gesuchten fairen Werten explodieren.

Die Leute, die nie Schulden hatten, kennen das größte Glücksgefühl nicht. Wenn die Rate dann ausreicht, nicht nur die Zinsen zu zahlen, sondern auch das Kapital kleinweise zurück zu führen. Quartal um Quartal werden die Zinsen um einige Schillinge, später sogar spürbar weniger. Irgendwann ist der Punkt erreicht, wo der Großteil der Rate auf das Kapital gebucht wird, nicht mehr auf die Zinsen. Und irgendwann schafft es der J&S, ganz ohne Insolvenzverfahren, den letzten Schilling zurück zu führen. Die letzte Abrechnung, die letzten Sollzinsen, die finale Saldobestätigung, das alles sind Momente größten Glücks!

Einem, dem 90% der Schulden nachgelassen werden, der hat ja so erhebende Gefühle gar nie Wie ich sehe, gehen immer mehr in Privatkonkurs, die grad einmal 20.000 Euro Schulden haben. Damit das Schlafzimmer und das vorzeitig zu Schrott gefahrene Auto eliminiert sind.

Also, für mich bin ich ein Held!
Und ich weiß, wovon ich spreche, wenn ich sage, daß man 1. am besten gar nichts auf Kredit kaufen sollte, 2. auf gar keinen Fall Finanzanlagen!

Ah ja, die Vertreter gehen auch noch hausieren, vom wundersamen Geldvermehrer, der mir einredet, ich soll mir einen Kredit aufnehmen und in eine fondsgebundene Lebensversicherung einzahlen. Nach ein paar Jahren zahlt die Lebensversicherung dann den Kredit zurück, und mit dem Rest krieg ich dann einen sorgenfreien Lebensabend finanziert! Alles absolut seriös, ganz ohne Risiko, ganz ohne Eigenleistung (nur die Unterschriften brauch ich geben).

Wer´s glaubt, wird selig

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15. "RE: Zweite Sparkasse bietet Konto für Überschuldete"
Beitrag von SieurKolou74 am 26-11-06, 12:35 PM (GMT)
@J&S als bloody rookie,....kann man sich eigentlich gar nicht so recht vorstellen.
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16. "RE: Zweite Sparkasse bietet Konto für Überschuldete"
Beitrag von Jaeger_und_Sammler am 26-11-06, 02:09 PM (GMT)
Ich hab damals "Mike´s Taschengeldtipps" gelesen

"Zu den Eltern gehen und sagen: Ich trag den Mülleimer raus, was krieg ich dafür?"

Durch Erfahrung wird man klug,
eine zweite Watschen hab ich nimmer kriegt

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17. "RE: Zweite Sparkasse bietet Konto für Überschuldete"
Beitrag von AL am 03-12-06, 12:10 PM (GMT)
ich find das eine Super Idee.... weil bei manchen reicht eine einzige Watschen aus, daß sie aus der Bahn geraten. So manche Jugendblödheit oder auch so manche realistische Idee in vernünftigen Bähnen kann einen fürchterlichen Stinker in der Hose lassen, und Du sitzt auf einem Berg Schulden ohne Konto ist ein Neustart erschwert.

andererseits wird ja die BLZ dieser "Zweiten Sparkasse" ja bald einschlägig bekannt sein, und dann, wenn Dich der neue Chef nach Deiner Bankverbindung fragt, gibst die bewußte BLZ an, dann ein Stirnrunzeln "hmmm - so so - sind sind also bei der Zweiten" dann weiß eh schon jeder alles

Ich finde die Bedingung, daß die Betroffenen in Schuldnerbetreuung stehen müssen, wichtig, weil dies hebt die Hoffnung, daß ihnen vroher wer klargemacht hat, wie man mit Geld umgeht, weil wie man weiß fehlt vielen das grundsätzlichste Verstädnis und manche sind einfach nur dumm, andere einfach nur erfahrungsresistent und lernens nie


Im übrigen sollte der wichtigste Grundsatz der einfachen Buchführung (auch Milchmädchenrechnung genannt) mit dicken Balken über jeder Seite jeder einschlägigen Veröffentlichung stehen:

man darf einfach nicht mehr Geld ausgeben als man hat, des gilt schon für Kleinstbeträge. Und erst recht für neue Wohnzimmer oder DIE einmalige Investmentgelegeheit in der Karibik ..

man sollte abgesehen davon immer schauen, daß man keine offenen Rechnungen hat, aber das ist eine erweiterte Geschichte

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18. "RE: Zweite Sparkasse bietet Konto für Überschuldete"
Beitrag von Jaeger_und_Sammler am 03-12-06, 05:27 PM (GMT)
Ja, die offenen Rechnungen schränken die Bewegungsfreiheit empfindlich ein.

Die Mama hat eine Zeitlang gsagt: "Kummst jo net in die Nachn vom Mayer-Fleischocka! Wa ba dem haumma no Schuidn! Der kummt aussa und frogt Di, waumma zoin!" So haben wir einige Wochen lang einen großen Bogen um den Mayer-Fleischhacker gemacht und beim Huber-Fleischhacker eingekauft. Aber das hab ich schon gmerkt: Da hamma gut 1/3 weniger um unser Geld gekriegt!

Mei, war das ein Gefühl damals, beim Mayer-Fleischhacker in der Tür zu stehen, und er fragt: "Du kummst do net wirkle Schuidn zoin?" Und ich sag: "Owa jo! Sunst warati jo goa net kumma!"

Dann haben wir wieder einkaufen können wie ganz normale angesehene Kunden

"Anschreiben lassen" befriedigt nicht wirklich. Vor allem nicht bei Leuten, die man täglich sieht, oder wegen denen man riesige Umwege gehen muß, damit man sie nicht sieht ...

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19. "RE: Zweite Sparkasse bietet Konto für Überschuldete"
Beitrag von SieurKolou74 am 04-12-06, 07:30 PM (GMT)
>Ja, die offenen Rechnungen schränken die
>Bewegungsfreiheit empfindlich ein.
>
>Die Mama hat eine Zeitlang gsagt:
>"Kummst jo net in die
>Nachn vom Mayer-Fleischocka! Wa ba
>dem haumma no Schuidn! Der
>kummt aussa und frogt Di,
>waumma zoin!" ..........

Meinst du den Fleischhauer Mayer aus Hadersdorf/am Kamp?


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20. "RE: Zweite Sparkasse bietet Konto für Überschuldete"
Beitrag von Jaeger_und_Sammler am 04-12-06, 08:16 PM (GMT)
Haders...wie?

Ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr, wie man Wißlutschil schreibt, sonst hätt ich ihn eh beim richtigen Namen genannt
(ich glaub, ich wußte es damals auch nicht. Wie der nur zu so einem Namen kommen ist, hab ich mich eine lange Kindheit lang gefragt.)

An die werten Leser: Namen aus verständlichen Gründen von der Redaktion geändert! Ähnlichkeiten mit verstorbenen oder gar lebenden Personen sind rein zufällig

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21. "Zweite Bank: Zweite Klasse, Zweite Chance?"
Beitrag von Jaeger_und_Sammler am 10-12-06, 05:24 PM (GMT)
Editiert am 10-12-06 um 05:30 PM durch den Thread-Moderator oder Autor

Jetzt bin ich zufällig vorbei gekommen an der "Zweite Bank", Ecke Hafnergasse/Glockengasse.

Von außen könnte man sie auf den ersten Blick für eine Nebenstelle der "Erste Bank" halten. Auf den zweiten Blick fühlt man sich aber eher unwohl, als Bittsteller die Schwelle zur Zweite Bank zu übertreten.

Das erste Problem, das ich als potentieller Kunde der "Zweite Bank" hätte: Warum dürfen 99% der Menschen in die "Erste Bank" gehen, und ich darf nur in die "Zweite Bank"? Für mich klingt das "Zweite Bank" viel mehr nach "Bank für die Zweite Klasse" als nach "Bank der Zweiten Chance". Ist subjektiv, natürlich, sag ich dazu. Aber ich würd mich auch mit viel Geld unwohl fühlen, wenn ich da eintreten soll.

Das zweite Problem, das ich als potentieller Kunde der "Zweite Bank" hätte: "Beratung nur nach Voranmeldung". Ich weiß, daß man auch bei vielen Privatbanken nur einen Berater kriegt, wenn man sich Tage vorher angemeldet hat. Also denkt wohl auch so mancher andere Anbieter, die Kunden würden sich da elitärer fühlen, wenn sie einen Termin kriegen und nicht einfach mit den Gummistiefeln frisch von der Arbeit reinhatschen können, wie es ihnen paßt. Aber ich bin´s gewohnt, in die Bank zu gehen, wann ich was brauche, und die Leute am Schalter sollen mich lächelnd empfangen, solange ich mich an die Öffnungszeiten halte. Terminvereinbarungen schrecken mich ab. Viele Leute können ja am Telefon gar nicht richtig ausdrücken, was sie brauchen oder wollen. Speziell die Zweite Klasse der Menschen ist es gewohnt, brav sein zu müssen und nur ja keinen Beamten zu verärgern, indem man ihm die Zeit stiehlt. So devot wie die Warteschlange vor der MA 2412. Die würden nie anrufen und einen von der Oberklasse um einen Termin bitten. Ich selbst hatte auch mal ein kurzes Abschiedsgespräch bei einer Exbank: "Kann ich bitte den Herrn X sprechen?" "Haben Sie einen Termin?" "Nein." "Dann hat er keine Zeit. Rufen Sie vorher an, Sie brauchen einen Termin." Also, ich wollte ja nicht viel von ihm, ich wollte ja nur Hallo sagen und eine Order aufgeben. Aber wenn ich sogar dafür einen Termin vereinbaren muß, denk ich: Es ist doch besser, sich alles selbst zu machen. (in meinem Fall per Onlinebank)

Das dritte Problem: Die Formalitäten. Ich brauch schon mal eine Empfehlung von Caritas oder Sozialamt, daß ich mich überhaupt trauen darf, um einen Termin zu betteln.

Gut finde ich: "Kein Bargeldverkehr". Es ist nicht notwendig, für die Bank, die ja nur Hilfe beim Aufstehn sein soll, eigene Strukturen und eine eigene Bargeldlogistik zu schaffen. Ich nehme an, fürs Geldabheben werden die Kunden upgegradet und dürfen in die Erste Bank gehen, wie ganz normale Erste-Bank-Kunden. Oder sie dürfen sich der Erste-Bank nur maximal bis zum Bankomaten nähern? Weiß ich nicht.

Die Zweite Bank soll wahrscheinlich nur eine Anlaufstelle sein. Nach spätestens 3 Jahren, denk ich, wenn die Kunden gelernt haben, mit Geld umzugehen, werden sie offiziell zu Erste-Bank-Kunden upgegradet und können die benachbarte Erste Bank vom Haupteingang in der Taborstraße aus betreten, und nicht mehr nur die Zweite Bank von hinten von der Glockengasse.

Die Bank ist von außen sauber, nichts dagegen zu sagen. Jetzt wird´s auf den/die Berater ankommen, wie sie mit den Kunden umgehen, ob die Bank zu einem Imageerfolg für die Erste Bank wird und zu einem Aufstieg für die Kunden.

Wie gesagt, 1. gefällt mir der Name "Zweite Bank" nicht, 2. hätte ich keine eigene Bank zwecks Sonderbetreuung für ein paar Hundert Kunden gegründet, ich hätte da einfach eine Anlaufstelle mit zwei bis drei bemühten Betreuern innerhalb der Erste Bank geschaffen. Auch wären die Klienten leichter zu betreuen, die ja nicht nur zwischen Schwedenplatz und Praterstern leben, sondern auch in Randbezirken oder am Land, viel näher zu einer Filiale der Erste Bank als zur Hauptstelle der Zweite Bank.

Aber macht sich natürlich besser, wenn die soziale Ader der Bank jetzt in allen Medien erwähnt wird. Ein paar strahlende Obdachlosenaugen mit eigener Debetcard vor dem hell erleuchteten Christbaum von der Kamera eingefangen, würde wohl noch größeren Werbeeffekt erzielen. Oder vielleicht doch zuviel des Guten?

So, jetzt hoffe ich für die momentan nicht so hoch bewerteten Teilnehmer am Wirtschaftskreislauf und für meine Bank, deren Aktionär ich bin, daß das Projekt ein voller Erfolg wird. Die Saat wurde gestreut, jetzt braucht sie nur noch aufzugehen.

Und wenn alles gut geht, kriegma den Nobelpreis, wie die Mikrokreditbank heuer

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22. "RE: Zweite Bank: Zweite Klasse, Zweite Chance?"
Beitrag von SieurKolou74 am 10-12-06, 07:25 PM (GMT)
>
>Und wenn alles gut geht, kriegma
>den Nobelpreis, wie die Mikrokreditbank
>heuer

Schäme dich bei so einer Bank Aktionär zu sein.
Bei der RB gibt es sowas grausliches jedenfalls nicht.


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23. "Zweite Sparkasse"
Beitrag von SieurKolou74 am 15-12-06, 06:44 PM (GMT)
Zweite Sparkasse" in Wien eröffnet
Innovativ: Konten für schwer verschuldete Menschen

Am 21. November eröffnet die „Zweite“ ihre erste Filiale in Wien-Leopoldstadt. Sie bietet schwer verschuldeten Menschen ein Konto und damit die Möglichkeit die wichtigsten Bankdienstleistungen zu nutzen.


... für Menschen, die einen Zweiten brauchen

„Die Zweite Wiener Vereinssparkasse“ wurde im Mai 2006 auf Initiative und mit Mitteln der „ERSTEN Österreichischen Spar-Casse Privatstiftung“ gegründet. Personen, welchen aufgrund ihrer Verschuldung das Konto gekündigt wurde, haben ein schweres Los. Ohne Bankverbindung werden die selbstverständlichsten Geldgeschäfte wie Gehaltsüberweisungen, Daueraufträge von Strom und Gas, etc. zu unüberwindbaren Hindernissen. Hier setzt die Hilfestellung der „Zweiten Sparkasse“ an.

Bank mit besonderem Angebot

Die „Zweite“ ist eine besondere Bank. Als erste und einzige Bank in Österreich ist sie auf Kunden mit niedriger Bonität spezialisiert. Kunden können jene Menschen werden, die bei einem „normalen“ Bankinstitut kein Konto mehr bekommen. Das betrifft Personen, die bereits eine Privatinsolvenz hinter sich haben oder auf der „schwarzen Liste“ der österreichischen Banken stehen.

... denn manchmal geht es nicht allein

Die erste Filiale der „Zweiten Sparkasse“ ist in Wien-Leopoldstadt, Glockengasse 3, zu finden. Weitere Niederlassungen in ganz Österreich sind geplant. Voraussetzung für ein Konto bei der „Zweiten“ ist die Betreuung durch die Caritas oder eine Schuldnerberatungsstelle, die der Konto-Eröffnung zustimmt.

Das Girokonto

Die Bank bietet ein Girokonto und ein Sparkonto. Das Girokonto läuft unter dem Namen „BasisKonto“ und ist ein Haben-Konto. Das bedeutet, eine Überziehung ist nicht möglich. Die Habenzinsen betragen 0,5 % pro Jahr. Für das Konto fällt eine Kaution von 9 Euro pro Quartal an. Diese erhält der Kunde am Ende der Geschäftsbeziehung unverzinst rückvergütet, sofern keine Forderungen der Vereinssparkasse an den Kunden bestehen. In diesem Preis sind eine Bankomatkarte, Kontoauszüge, Eröffnung und Verwaltung von Dauer- und Einziehungsaufträgen sowie Internetbanking inkludiert.

Ein „normales“ Konto

Wie bei einem herkömmlichen Konto kann der Kontoinhaber an den Bankomaten Geld beheben. Die Selbstbedienungsgeräte in den SB-Foyers der österreichischen Sparkassen und der Erste Bank ermöglichen: Kontostand-Abfrage, Ausdruck von Kontoauszügen, Einzahlungen und Bargeld-Behebungen. Das BasisKonto dient zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs. Miete, Gas-, Stromrechnungen und andere regelmäßig wiederkehrende Zahlungen lassen sich über dieses Konto abwickeln.

Das Aufbaukonto

Bei diesem Konto handelt es sich um ein Sparkonto, das höher als das BasisKonto verzinst ist: Habenzinssatz von 1,625 % pro Jahr. Für den Inhaber fallen keine Gebühren an. Die BankCard ermöglicht den Zugriff sowohl auf das Giro- als auch auf das AufbauKonto. Das AufbauKonto ist nur zum Sparen gedacht. Überweisungen, Daueraufträge und Bargeldbehebungen am Bankomat sind nicht möglich.

Konto-Laufzeit

Das BasisKonto ist Voraussetzung für das AufbauKonto. Die Bank stellt die Konten vorerst für drei Jahre zur Verfügung. Danach erhält der Kunde Hilfestellung dabei, wieder eine „normale“ Bankverbindung zu bekommen.
www.konsument.at

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24. "RE: Zweite Sparkasse"
Beitrag von Jaeger_und_Sammler am 16-12-06, 02:12 PM (GMT)
Mein Fehler: Sie heißt "Zweite Sparkasse", nicht "Zweite Bank"! Man darf die Wurzeln nicht vergessen, die Erste Bank AG ist irgendwie noch eine Sparkasse. Gehört jedenfalls dem Sparkassen-Sektor an und will diesen unter seiner Führung vereinen.

Aber was können "Forderungen der Vereinssparkasse an den Kunden" sein, wenn er doch von vornherein nicht überziehen kann? Sind das Kontoführungsgebühren, die eingehoben werden, wenn man annimmt, der Klient hätte sich nicht an die Vertragsvereinbarungen gehalten? Z.B. wenn er die Karte in den Bankomaten steckt, obwohl kein Geld drauf ist? Ach ja, wenn er z.B. seinen Job verloren hat und das nicht meldet, frißt der Bankomat normalerweise die Karte, das kostet glaub ich 60 Euro. Passiert aber Kunden der Erste Bank genauso, bei Arbeitslosigkeit sind sie schnell zum Nichtbankomatkartenbesitzendürfer degradiert.

Daß für die Sparkarte keine Gebühren anfallen, ist nett. Viele Institute sind nämlich schon draufgekommen, daß sie da eine quartalsweise Sparbüchelsteuer einführen können, jedenfalls mehr als 1 Euro pro Quartal. Für die "gesetzlich vorgeschriebene Zusendung des Quartalsabschlusses".

Wie bekannt, wollte man sogar den J&S mit Klauen und Zähnen als zahlenden Sparkartenbesitzer behalten

Das war nicht im Sparkassen-Sektor, aber es ist schon erschütternd, wozu Bankmitarbeiter fähig sein können, wenn sie glauben, der Kunde wäre nur dazu da, über ein einziges Produkt gerupft zu werden

Wenn er mich freundlich oder zumindest akzeptabel behandelt hätte, hätte er viele schöne Geschäfte mit mir machen können. J&S zahlt ja gerne Gebühren, wenn´s nicht extrem hoch sind ...

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25. "RE: Zweite Sparkasse/Filiale "
Beitrag von SieurKolou74 am 16-12-06, 06:44 PM (GMT)
Editiert am 16-12-06 um 06:50 PM durch den Thread-Moderator oder Autor

Danke für das Top J&S.

"Zweite Sparkasse": Bank für ungewollte Kunden

VON BEATE LAMMER

Finanzen. "Zweite Sparkasse" bietet Konten für Überschuldete.

Wien. "Ich war einmal ein angesehener Mann", sagt der 60-Jährige. "Die Banken haben sich um mich als Kunden gerissen." Zwanzig Jahre lang war er in leitender Position in der Industrie tätig. Jetzt bezieht er Notstandshilfe und ist Kunde der "Zweiten Sparkasse". Seinen Namen will er keinesfalls in der Zeitung lesen. Dass er künftig als Kontoverbindung die "Zweite Sparkasse" angeben muss, ist ihm Stigma genug.

Obwohl er froh ist, überhaupt wieder ein Konto zu haben. Die "Zweite Wiener Vereinssparkasse", eine Initiative der Stiftung der Erste Bank, bietet Leuten ein Bankkonto, die bei keiner anderen Bank mehr eines bekommen. Überziehen kann man das neue Konto nicht.

Nach mehrmaligen Jobwechsel hatte sich der Industrie-Angestellte als Finanzberater selbstständig gemacht. Zahlungsausfälle wurden ihm zum Verhängnis. Die Schulden häuften sich, bis der Konkurs mangels Masse eröffnet wurde und er seinen Gewerbeschein los war. Er wurde beim Arbeitsmarktservice (AMS) vorstellig. "Mit 60 ist es ziemlich aussichtslos, noch etwas zu finden", stellt er fest. Als Kunden wollte ihn keine Bank mehr nehmen. Seine Rechnungen musste er mangels Konto bar bezahlen, bei jedem Erlagschein fielen Spesen an. Vor kurzem wurde Privatkonkurs eröffnet.

Die Schuldnerberatung schickte ihn zur "Zweiten Sparkasse". Wer dort ein Konto will, muss von Caritas oder Schuldnerberatung empfohlen worden sein. Die Filiale in der Glockengasse 3 im zweiten Wiener Gemeindebezirk hat von 16 bis 18 Uhr geöffnet, Termine gibt es nur nach Vereinbarung.

An Gebühren zahlt man eine "Kontoführungskaution" von neun Euro pro Quartal. Diese erhält man verzinst zurück, wenn Versuche unterlassen wurden, das Konto zu überziehen. "Wir wollten das Konto ursprünglich gratis anbieten, weil wir ja sozial sein wollten", sagt Franz Karl Prüller von der Erste Privatstiftung. Caritas und Schuldnerberatung, die mit der neuen Bank zusammenarbeiten, rieten ab: "Was nichts kostet, ist nichts wert."

Bis Dezember werden die ehrenamtlichen Bankberater 70 Erstgespräche mit Neukunden führen. Die Zahl der Erwachsenen, die in Österreich kein Bankkonto haben, geht in die Zehntausende. Allein das AMS überweist an 38.000 Personen die Notstandshilfe oder das Arbeitslosengeld per Post. Gehälter werden selten per Post überwiesen. "Wer kein Konto hat, tut sich auch schwer, einen Job zu finden", sagt Prüller.

Dass es mit einem Konto der Zweiten Bank auch schwierig sein könnte, glaubt er nicht: "Wer bei uns landet, ist ja kein hoffnungsloser Fall", sagt er. "Das sind ja Leute, die versuchen, wieder etwas aus sich zu machen." Der neue Kunde wünscht sich trotzdem irgendwann wieder ein Konto bei einer Bank, die keine Schlüsse auf seine Lebensumstände zulässt.

Quelle:© diepresse.com | Wien

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Also mir ist das auch alles ein Rätsel.Denn ein nicht überziehbares Konto könnten ja auch die anderen Banken anbieten.Wo ist da das Problem?
Ausserdem gibt es ja bei vielen "echten" Banken wie Sparda Bank,Verkehrskreditbank etc. sehr sehr günstige Konditionen.
Ich glaube eher,dass manche "echte" Banken einfach mit "diesen" Leuten keine Scherereinen mehr haben wollen und Diskussionen führen wollen(wenn sie mal überziehen wollen)und sich dann zuguterletzt wegen "Diskriminierung Armer" an den Pranger stellen lassen wollen.

Ist natürlich eine Schweinerei.Aber eine anderere Erklärung finde ich nicht...?


...und diese nur ein paar Stunden geöffnete Bankfiliale schaut,mMn, auch ein bissl düster aus.(so scheint es mir)

So schaut die aus:http://kurier.at/nachrichten/wirtschaft/40903.php

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26. "RE: Zweite Sparkasse/Filiale "
Beitrag von Hagen am 16-12-06, 07:49 PM (GMT)
Editiert am 17-12-06 um 10:26 PM durch den Thread-Moderator oder Autor

>Denn ein nicht überziehbares Konto könnten ja auch die anderen Banken anbieten.

Irgendwie schaffen sie das aber nicht. Ich hatte auch einmal ein Konto ohne Rahmen, nur habe ich das gar nicht gewußt, weil ich auch bei leerem Konto noch überweisen und abheben konnte. Erst wie ich einmal wegen einem seltsamen Spesenposten ("Überziehungsprovision") nachgefragt habe, erfuhr ich, daß ich gar keinen Rahmen hatte...

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27. "RE: Zweite Sparkasse/Filiale "
Beitrag von Jaeger_und_Sammler am 17-12-06, 00:34 AM (GMT)
Ja, es gibt Gratiskonten auch bei anderen Banken. Die, die nicht nur zeitlich limitiert spesenfrei sind, sind meines Wissens alle aus dem BAWAG-Konzern (wie lange noch?):

neues Easy-Konto bei Gehalts- oder Pensionsbezug gratis

altes Easy-Konto ab 2.500 € Monatsdurchschnittssaldo gratis

PSK-Konto ab 880 € Quartalsdurchschnittssaldo gratis

Sparda-Konto glaub ich immer gratis (die Filiale in der Nordbahnstraße dürftens zugesperrt ham, die seh ich nimmer auf der Homepage)
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Anscheinend hams Angst vor Problemen mit Überziehungsversuchen, z.B. durch:

nicht gedeckte Überweisungsversuche
nicht gedeckte Daueraufträge
nicht gedeckte Einzugsermächtigungen

Für einen nicht erfolgreichen Einzugsversuch verlangen auch IngDiba und PSK Geld, mindestens 5 Euro sind dafür zu berappen.

Dafür dürfte die Kaution zu hinterlegen sein. Ja, irgendwie stimmt´s schon: Man muß die Leute dazu bringen, mit dem Geld auszukommen, das auf dem Konto ist.

Kann verdammt hart sein, manchmal ... vor allem für Leute, die es gewohnt waren, auf größerem Fuß zu leben. Aber muß sein.

Wie ich damals 7-stellig im Minus war mit meinen Aktiengeschäften (Schilling), war ein klarer Schnitt notwendig: Nicht mehr schauen, was die Börse tut, alle Energie in die Zinsen- und Schuldentilgung stecken. Ich hab´s ohne Schuldenregulierungsverfahren geschafft. Ja, es ist verdammt hart, und ich kann mir vorstellen, daß es 90 von 100 in dieser Situation nicht ohne Schuldenregulierungsverfahren schaffen (wollen), eben weil sie trotz offensichtlicher Insolvenz auf manches nicht verzichten wollen.

Es war mir aber klar, daß ich der Glücksspieler war, der auf die falschen Pferde (noch dazu zur falschen Zeit) gesetzt hatte. Ich hab Fehler gemacht. Und ich hab sie ausgebügelt. Ohne einen Groschen Nachlaß.

Heut wär ich in einer besseren Verhandlungsposition, heut würdens mir schon 5%-Kredite nachwerfen, auf meinen guten Namen hin

Aber ich rühr nur marginal was an. Bin ja aus dem Spieleralter draußen, hab Verantwortung. Im Moment hab ich kein einziges Konto überzogen. (Bis Jahresende bringe ich immer alles ins Lot, wegen meiner persönlichen Bilanz )
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So düster sieht die Zweite-Filiale gar nicht aus. Sie befindet sich gleich hinter der Erste-Bank. Die Glockengasse ist die Schattenseite der Taborstraße. Aber zu gewissen Tageszeiten kommt da auch die Sonne hin. Beim Spaziergang letzten Sonntag war´s ziemlich hell und heimelig. Grad daß das Schild neben der Tür abweisend war ("nur nach Vereinbarung").

Vielleicht heißt sie auch nur "Zweite Sparkasse", weil sie sich im Zweiten Bezirk befindet? Wär naheliegend und somit keine wie immer geartete Diskriminierung.

Jedenfalls ist die Gegend gut beleuchtet, vom Straßenstrich merkt man da noch nicht viel, Tram 21 und Tram N bringen einen direkt hin, und wer sich den Fahrschein sparen will, kann in 10 Minuten auch zu Fuß vom Schwedenplatz oder Praterstern hin gelangen. Wenige Meter weiter hat ein renommierter Anwalt seine Kanzlei, da trifft man täglich auf die prominentesten Kundschaften.

Also, keine vergammelte Gegend, hier trifft sich regelmäßig die Elite von Wien.

(alle hams Sonnenbrillen auf, so als ob sie dadurch unauffälliger dreinschaun täten )

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28. "Dritte Sparcasse"
Beitrag von Jaeger_und_Sammler am 20-12-06, 04:43 PM (GMT)
Geht´s noch tiefer?
Für wen wurde denn die Dritte Sparkasse gegründet?

Wirtschaftsblatt 20.12.06, S.6, "Neu im Geschäft":

Dritte Wiener Vereins-Sparcasse
Graben 21, 1010 Wien,
FN 285432d, Vst: Wolfgang Schopf, Mag. Reinhard Karl.

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29. "RE: Dritte Sparcasse"
Beitrag von SieurKolou74 am 20-12-06, 06:12 PM (GMT)
Editiert am 20-12-06 um 07:56 PM durch den Thread-Moderator oder Autor

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30. "Fifth Third Bank"
Beitrag von Jaeger_und_Sammler am 02-01-07, 11:00 PM (GMT)
Hab heute ein e-mail mit dem Titel "Fifth Third Bank account information" bekommen.

Wenn die glauben, daß ich ein e-mail aufmach, das mir ein Konto bei einer "Third" oder gar "Fifth" Bank andrehen will, täuschen die sich!

Da müßtens schon mit einem "First Bank Bonus" wacheln, daß ich gierig werd

Die verstehn die österreichische Mentalität nicht, die angelsächsischen Junkmail-Schreiber. Wer will hierzulande Kunde einer Dritten oder gar Fünften Bank werden?

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31. "Riegerbank-Geschädigte haben Glück"
Beitrag von SieurKolou74 am 30-01-07, 06:57 PM (GMT)
Republik zahlt Riegerbank-Geschädigte aus

Bund übernimmt mit 8,5 Millionen Euro vollen Schadenersatz für Riegerbank-Anleihezeichner im KSV-Konsortium

Wien - Die Republik Österreich muss 8,5 Millionen Euro an 543 Geschädigte der Riegerbank-Pleite zahlen. Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes (OGH), dass den Geschädigten voller Ersatz zu leisten ist, also 100 Prozent des Kapitalausfalles durch den Riegerbank-Konkurs (27.10.1998) plus vier Prozent Zinsen, wurde den Betroffenen kürzlich zugestellt.

Bis zur Auszahlung des Geldes müssen die Betroffenen allerdings noch bis Ende des Konkurses warten. Und das kann noch fünf bis acht Jahre dauern, so KSV-Experte Hans-Georg Kantner am Montag. Allerdings sei geplant, für diejenigen, die aus irgendwelchen Gründen nicht länger auf das Konkursende warten können oder wollen, eine Finanzierung für eine teilweise vorzeitige Zahlung zu erlangen.

Konkret geht es um eine Amtshaftungsklage, die ein Konsortium bestehend aus 543 Personen unter Federführung des Kreditschutzverbandes von 1870 (KSV) gegen die Republik eingebracht hat. Bei den Geschädigten handelt es sich um Zeichner der Riegerbank-Anleihe, die gemeinsam das Risiko und die Kosten der Klagsführung gegen die Republik Österreich übernahmen. Jeder beteiligte sich mit einem kleinen Fixbetrag und zwei Prozent der anerkannten Forderungssumme.

Quote zwischen 15 und 20 Prozent

Die Riegerbank-Gläubiger haben bis jetzt eine Quote von 8,8 Prozent erhalten. Kantner geht davon aus, dass sie noch einmal 8,8 Prozent bekommen werden, so dass die Quote insgesamt zwischen 15 und 20 Prozent betragen werde.

Der Konkurs der Riegerbank war eine der spektakulärsten Bankpleiten des Landes. Der Gründer und damalige Eigentümer der Bank, Wolfgang Rieger, wurde nach seiner Flucht zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und im Frühjahr 2003 aus der Haft vorzeitig entlassen. Vom Konkurs der Bank mit Passiva von rund 100 Millionen Euro waren mehr als 1.000 Geschädigte, davon rund 900 Private betroffen. Die größte Gruppe der Geschädigten waren die Zeichner der Riegerbank-Anleihe, für die der KSV ein Gläubigerkonsortium organisiert hat. "Wir haben einen vollen Erfolg für die Geschädigten erreicht", so Kantner zur aktuellen Entscheidung. (APA)
http://derstandard.at

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Ich hoffe der Herr Sammler war damals nicht einer der Riegerbank Geschädigten,aber wenn doch gibts jetzt Geld.

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